Bias Adapter für Novalröhren DIY


Eigenbau eines Adapters zum Prüfen des Kathodenstroms mit einem Multimeter ohne Eingriff in den Verstärker.

Nachdem der Biasadapter für Oktalröhren schon seit einiger Zeit häufig nachgebaut wurde, kamen immer öfter Nachfragen, ob es denn so etwas auch für Novalröhren gibt. Jetzt ja.

Das Messprinzip ist natürlich gleich geblieben und an den Betriebsspannungen in Röhrenschaltungen hat sich auch nichts geändert. Ich könnte mir also hier einige Bemerkungen sparen.

Aber trotzdem:

Obwohl die Spannung, die aus dem Adapter herausgeführt wird gering ist, kann man bei Verdrahtungsfehlern mit sehr hoher Spannung in Berührung kommen, was bekanntlich lebensgefährlich ist. Wer keine Erfahrung mit dem Aufbau von Röhrengeräten hat und des öfteren schon mal aus Unachtsamkeit falsche Strippen verlötet hat, lässt bitte auch von diesem Projekt die Finger!

Das Prinzip: Ganz einfach - Im Adapter werden fast alle Verbindungen zwischen Sockel und Fassung direkt verbunden. Fast alle! Statt einer Kathodenverbindung kommt ein Widerstand von einem Ohm in den Adapter. In diesem Beispiel ist der Adapter für die EL84 gedacht, daher liegt der Widerstand an Pin 3.

Mit dem Multimeter messen wir dann den Spannungsabfall über diesem Widerstand, der nach Herrn Ohm proportional zum Strom ist. Wir messen also den Kathodenstrom, nicht den Anodenstrom. Dieser weicht mehr oder weniger stark ab, da zusätzlich eventuelle Gitterströme über die Kathode fliessen.

Zum Kanalabgleich oder auch zum Prüfen einer Röhre ist diese Methode aber genau genug, zumal nicht die Gefahr besteht, daß man die Röhre zu sehr überfordert, wenn man den Ruhestrom nach Kathodenstrom einstellt, da dieser im Zweifelsfall ja höher ist.

Zum Aufbau: Die neun Stifte in die mitgelieferte Fassung stecken - möglichst gerade und die eine Platine aufsetzen. Das geht am besten mit einer kleinen Zange oder Pinzette.

Pin 3 (von unten gezählt!) kürzen, die Stifte einlöten. An Pin 3 Widerstand und schwarze Mess-Strippe mit verlöten.

Zweite Platine aufsetzen und die Stifte und den Widerstand im inneren Lochkreis einlöten. Eine Verschraubung der Platinen mit einer 5mm Distanzhülse dazwischen ist sicherlich keine schlechte Idee. Hier der Übersicht halber nur angedeutet.

Die Fassung einsetzen und verlöten. Das rote Messkabel gehört wieder an Pin 3.

Die Messleitungen kann man natürlich gern mittels Kabelbinder sichern.

Für Verstärker, in denen es etwas enger zugeht, braucht man 1:1 Adapter, von denen man beliebig viele hinter einander stecken kann bis es passt.
Die Alternative wäre natürlich, die Platine zu beschneiden.

Und hier der Praxistest:

Das Multimeter steht im 200mV Bereich, der Kathodenstrom ist also 46,7 mA.
Messdifferenzen entstehen natürlich durch den Widerstand und wie oben gesagt Gitterströme. Das Röhrenprüfgerät misst den Anodenstrom mit 45mA.