Bias Adapter DIY
Eigenbau eines Adapters zum Prüfen des Kathodenstroms mit einem Multimeter ohne Eingriff in den Verstärker.
Eine Warnung vorweg: Der Aufbau dieses Adapters ist mit teilweise recht prokeligen Lötarbeiten verbunden - also nichts für Leute mit Kaffeetatter.
Obwohl die Spannung, die aus dem Adapter herausgeführt wird gering ist, kann man bei Verdrahtungsfehlern mit sehr hoher Spannung in Berührung kommen, was bekanntlich lebensgefährlich ist. Wer keine Erfahrung mit dem Aufbau von Röhrengeräten hat und des öfteren schon mal aus Unachtsamkeit falsche Strippen verlötet hat, lässt bitte auch von diesem Projekt die Finger!
Das Prinzip: Ganz einfach - Im Adapter werden fast alle Verbindungen zwischen Sockel und Fassung direkt verbunden. Fast alle! Statt einer Kathodenverbindung kommt ein Widerstand von einem Ohm in den Adapter. Mit dem Multimeter messen wir dann den Spannungsabfall über diesem Widerstand, der nach Herrn Ohm proportional zum Strom ist. Wir messen also den Kathodenstrom, nicht den Anodenstrom. Dieser weicht mehr oder weniger stark ab, da zusätzlich eventuelle Gitterströme über die Kathode fliessen.
Zum Kanalabgleich oder auch zum Prüfen einer Röhre ist diese Methode aber genau genug, zumal nicht die Gefahr besteht, daß man die Röhre zu sehr überfordert, wenn man den Ruhestrom nach Kathodenstrom einstellt, da dieser im Zweifelsfall ja höher ist.
Zum Aufbau: Ins untere Drittel des Sockels kommt ein Loch für die Messkabel. Der Widerstand - vorher mit Schauch isolieren ist keine schlechte Idee - wird gebogen wie folgt und zusammen mit dem negativen Messkabel in den Kathodenpin des Sockels gelötet.
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Jetzt brauchen Sie sieben Drähte von etwa 35mm Länge. Diese sollten nicht zu stramm in die Sockelpins passen - 1,5 wie hier ist etwas zu dick. Alle bis auf den Kathodenanschluss an der Fassungsseite anlöten. Hier muss die positive Messleitung und später der Widerstand ran.
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Nun wird es eng: Die sieben Drähte richtig!!! in die Sockelpins stecken aber nur soweit, daß man den Widerstand noch an die Öse des Kathodenkontakts bekommt.
Widerstand anlöten, Fassung in den Sockel schieben, hierbei die Lage des Widerstandes durch das Loch in der Mitte der Fassung kontrollieren und falls nötig korrigieren.
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Die sieben Drähte stramm durchziehen. Jetzt kann man sich schon einmal vergewissern, daß die Verdrahtung stimmt, indem man mit dem Multimeter durchtestet, ob die Anschlüsse richtig liegen und es vor allem nirgendwo einen Kurzschluss gibt.
Wenn alles richtig ist, oben verkleben, unten verlöten - und zwar im Pin, also Draht und Pin erhitzen und Lot per Kapillarwirkung hineinlaufen lassen.
Nochmal testen und fertig:
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Das Multimeter steht im 200mV Bereich, der Kathodenstrom ist also 97,5 mA.
Messdifferenzen entstehen natürlich durch den Widerstand und wie oben gesagt Gitterströme. Das Röhrenprüfgerät misst den Anodenstrom mit 92mA.